…hier ist’s vorbei!

Nach 2 Jahren Politik unter dem Label „antifaschistische Jugendgruppe Wiesbaden“ lassen wir dieses nun hinter uns.
Dies bedeutet jedoch keineswegs das Ende unserer politischen Arbeit. Fortan werden wir unter dem Namen „Gruppe [c²]“ auftreten.
Wir würden uns darüber freuen, wenn ihr Verweise auf euren Homepages gegebenenfalls erneuert.

Übersicht:
Zu kontaktieren sind wir nun unter cquadrat@secure-mail.biz . Wir werden jedoch unsere alte Emailadresse in der nächsten Zeit weiterhin checken.

Unsere Homepage, auf der ihr fortan News unserer Gruppe findet, lautet nun: cquadrat.tumblr.com .

18.06.2011 // Ffm Bergen-Enkheim : Naziaufmarsch verhindern!

Am 18. Juni, also fünf Tage vor der bundesweiten Demonstration gegen die Innenministerkonferenz 2011, wollen Nazis aus dem Spektrum des „Freien Netzes Hessen“ im Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim aufmarschieren. Dabei gilt ihnen die Forderung nach national befreiten Zonen, betitelt als „Freiräume“ welche selbstverständlich nur für Deutsche gefordert werden, als Beweggrund.
Treffpunkt für alle Antifaschist_Innen ist um 9.00 Uhr an der U-Bahnstation Bergen-Enkheim.
Aktuelle Nachrichten finden sich auf http://antifa-frankfurt.org/.

Nazis bekämpfen! Auf allen Ebenen, mit allen Mitteln!

09.06.2011// 19.00 Uhr // Kulturkneipe Sabot: Mobilisierungsveranstaltung zu den Protesten gegen die Innenministerkonferenz

Am 22. Juni findet in Frankfurt am Main die Innenministerkonferenz (IMK) 2011 statt, an der die Innenminister aller Bundesländer teilnehmen. Dagegen rufen linke Gruppen zu massiven Protesten auf. Denn die IMK ist eine der zentralen Institutionen, die heute die Kriminalisierung sozialer Konflikte vorantreibt und öffentlich legitimiert.

Mit der Einschränkung des Versammlungsrechts, „Loyalitätstests“ für Einwander_innen, der Ausweitung der Befugnisse von Polizei und Verfassungsschutz wie z.B. der Vorratsdatenspeicherung, der brutalen Abschottung Europas gegen Migrant_innen, der Propagierung der Extremismustheorie, usw. wird von staatlicher Seite aktuell auf soziale Konflikte reagiert. Die mediale Kampagne zu „Kriminalität“ und „innerer Sicherheit“ wollen uns glauben machen, dass Aufrüstung des Staatsapparats nach Innen und Außen in unser aller Interesse ist. In Wirklichkeit dient sie dazu, die kapitalistische Verwertungslogik und die fortschreitende Ökonomisierung aller Lebensbereiche abzusichern und den Widerstand dagegen zu kontrollieren. Alle Bereiche der Gesellschaft sollen dem Ziel der nationalen Standortkonkurrenz im globalen Wettbewerb untergeordnet werden.

Verschiedene linke Zusammenhänge rufen dazu auf die IMK in Frankfurt zum Kristallisationspunkt eines grenzüberschreitenden Widerstands gegen soziale Ausgrenzung, ökonomische Verwertung und staatliche Disziplinierung zu machen.

Am 9. Juni wollen wir gemeinsam mit Genoss_Innen der antifa [f] und der campusantifa über den derzeitigen Stand der Mobilisierungen gegen die IMK berichten, theoretische Hintergründe des Protests darlegen sowie den Verlauf der Demonstration am 22. Juni in Frankfurt schildern.

Flugblatt: „Lieb‘ doch wen du willst!“

Anlässlich des internationalen Tag gegen Homophobie und Transphobie haben wir ein Flugblatt mit dem Titel „Lieb‘ doch wen du willst!“ verfasst. Auch wenn es mit einem Flugblatt nicht möglich ist, alle theoretischen Aspekte der Homophobie zur erfassen, wollen wir uns damit eindeutig gegen Homophobie, Transphobie und Sexismus positionieren.

Hier das Flugblatt:

Lieb’ doch wen du willst.
Über Heteronormativität und die Diskriminierung von Homosexuellen .

Homophobie im Alltag.

Wenn es darum geht, den Kontrahenten mal so richtig zu diskreditieren und fertig zu machen, dann wird nicht selten zu homophoben, das heißt homosexuellenfeindlichen, Vokabular gegriffen. Denn nichts stellt eine defizitäre Männlichkeit besser dar als ein überzeugendes „du Schwuchtel!“ oder die einfache Bezeichnung als „Homo“. So etwas weiß man eben – auch in Deutschland, wo man doch normalerweise tolerant und weltoffen ist. Ohnehin sind solche vermeintlichen Beleidigungen , spricht man die agierenden Personen darauf an, nie ernst gemeint – man hätte ja gar nichts gegen Homosexuelle, wolle nur einen Spaß machen.
Dass aber der Gebrauch von homophoben Vokabular niemals lustig oder nicht „ernst gemeint“ sein kann, muss für emanzipierte Menschen, die eine Gesellschaft, in der jeder Mensch ohne Angst verschieden sein kann, anstreben, klar sein. So schafft auch die „nicht böse gemeinte“ Benutzung von homophoben Vokabular ein gesellschaftliches Klima, das vor allem Betroffenen homophober Gewalt – die sich eben nicht nur körperlich artikulieren muss – eine sexuelle Emanzipation versagt. Diese feste Verankerung von homosexuellenfeindlichen und abwertenden Sprachgebrauch, wie er täglich auf Schulhöfen, in der Uni oder sonst wo zu beobachten ist, deutet auf den homophoben Normalzustand dieser Gesellschaft hin.

Normalzustand?…

Heterosexuelle Normen und homophobe Ressentiments scheinen tief in den Köpfen der Menschen, wenn auch in subtilen Formen, verankert und lassen sich als ursächlich für homophobe Raserei betrachten, denn:
Jene heterosexuelle Normen, welche man bereits im Kindesalter durch gesellschaftliche Autoritäten wie Medien und Familie wahrnimmt, sind es, die oft eine Ursache bei der Konstruktion homophober Ressentiments und Stereotypen spielen und somit einer sexuellen Emanzipation im Wege stehen. Sie lassen davon ausgehen, dass ein gewisses (heterosexuelles) Verhalten für das jeweilige Geschlecht normal und natürlich sei, und assoziieren alles das, was davon abweicht als unnormal und nicht heterosexuell.
Während der männliche Habitus stets als hart, führend und unemotional zu gelten hat, sind gesellschaftliche Vorstellungen der Frau weich, liebevoll und emotional.
Hierbei wird jedoch verkannt, dass das Geschlecht neben einer biologischen immer auch eine soziale und kulturelle Kategorie darstellt, die Feministin Simone de Beauvoir also völlig Recht hatte, als sie sagte „man kommt nicht als Frau zur Welt, man wird es.“ .
Geschlecht – und die damit verbundenen Normen – nimmt also auch eine identitätsstiftende Rolle für das Subjekt ein. So sind es erst gesellschaftliche Regulierungen und Normen, die den Menschen geschlechtlich bestimmen, ihm seine Rolle zuweisen.
Menschen, denen es um sexuelle Emanzipation geht, denen der Individualismus als Maßstab einer wahrhaft freien Gesellschaft erscheint können also vermeintlich naturgegebene Verhaltensweisen und Eigenschaften einzelner Geschlechter getrost als konstruiert zurückweisen.

Homophobie und Konkurrenz
Eine Studie des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer benannte aber auch „die Angst vor dem Absturz“ (taz) als ursächlich für homophobe Einstellungen in der Gesellschaft. Denn
in der warenproduzierenden Gesellschaft heißt es in der stetigen Konkurrenz um Kapitale täglich und immer wieder: jeder gegen jeden.
Menschen, die keine Produktionsmittel besitzen, bleibt nichts als ihre Arbeitskraft als Ware zu verkaufen um sich so materiell als auch gesellschaftlich reproduzieren zu können.
Lohnarbeit stellt also eine elementare Grundlage im Kapitalismus dar.
Ist diese Grundlage durch eine Verwertungskrise des Kapitals bedroht, so macht sich der „Angst vor dem Absturz“ (taz) breit. Anstatt jedoch nach einer vernünftigen Einrichtung der Gesellschaft, der die Bedürfnisse der Menschen als Maxim gilt, zu trachten, halten die Menschen lieber an staatlichen Autoritäten –erscheinen diese doch als Garant für das kapitalistische Hauen und Stechen und somit für die eigene Reproduktion – sowie an dem Hass auf Andere fest. Das nationale Kollektiv, das gegen gesellschaftliche Minoritäten aber auch andere, das eigene Leben gefährdende, Standorte in Stellung gebracht wird, erscheint als Möglichkeit „der ständig drohenden Vernichtung seiner Existenz im Falle der Nichtverwertbarkeit zu entgehen“ (Gruber/Ofenbauer).
Das „Wir und die Anderen“ spielt demnach auch bei der Konstruktion homophober Ressentiments eine Rolle, will man doch gesellschaftliche Gruppen unter sich sehen und somit einer Brandmarkung als Verlierer der Gesellschaft entgehen.

Normalzustand? Auflösen!
Es gilt sich also, möchte man tatsächlich eine Gesellschaft, in der die freie Entwicklung des Einzelnen die Voraussetzung der Freiheit Aller ist, erkämpfen, bewusst zu machen, dass es sich bei Geschlecht – und ergo auch bei Allem von ihm abweichenden – um Konstruktionen handelt, dass Ausgrenzungsmechanismen wie Homophobie und Sexismus nicht ohne einen kritischen Blick auf gesellschaftliche Logiken zu verstehen sind.
Wir möchten, uns der Tatsache gewiss, dass Ursachen für Ausgrenzungsmechanismen mitnichten von Heute auf Morgen zu negieren sind, die befreite Gesellschaft eine weit entfernte Utopie darstellt, einen ersten Schritt gehen und für sexuelle Emanzipation kämpfen.

Homophobie bekämpfen – Für den Kommunismus!

22.06.2011 // 18.00 Uhr // Hauptwache, Frankfurt a.M. : Wir kommen um zu stören – IMK auflösen!

Am 22. Juni findet in Frankfurt am Main die Innenministerkonferenz (IMK) 2011 statt, an der die Innenminister aller Bundesländer teilnehmen.
Auf der IMK soll über die Bekämpfung von all jenem, das die innere Ordnung – und das meint im Kapitalismus nunmal den Kapitalprozess – zu bedrohen scheint, beratschlagt werden. Dabei ist klar: Hierbei geht es wie so oft nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern lediglich um die Interessen des Standort Deutschlands. Dagegen rufen wir, als Teil eines spektrenübergreifenden Bündnisses und nicht zuletzt im Hinblick auf die zweite IMK im Winter diesen Jahres in Wiesbaden, zu massiven Protesten auf.
Höhepunkt der Mobilisierung gegen die IMK soll eine Demonstration am Abend des 22. Juni in der Frankfurter Innenstadt sein.

Im Überblick:

Internet: Homepage des Bündnisses gegen die IMK
Aufruf(e): Aufrufe des …UmsGanze!-Bündnisses, des sozialrevolutionären und antinationalen Krisenbündnisses und des Bündnisses gegen die IMK finden sich hier .
Konzept: Ein Konzept der Demonstration am 22. Juni findet sich hier.
Material: Mobilisierungsmaterialien finden sich hier. Außerdem hat das …UmsGanze! – Bündnis weitere Plakate sowie ein erstes Mobilisierungsvideo erstellt.
Termine:
21.Mai: Angefangen wird mittendrin oder: Wo beginnt eigentlich der kommende Aufstand?* Gefängnishof Klapperfeld

Das Treffen der deutschen Innenminister im Juni in Frankfurt ist für die Linke Anlass zu Protest. Nicht nur, weil hier das rassistische Migrationsregime ausgebaut und die „Extremismusdebatte“ weitergeführt werden. Die dort insgesamt forcierte „Bevölkerungspolitik“ zielt darauf ab, eine ganz bestimmte Form der Realität herzustellen und eine herrschaftliche Lebensweise hegemonial werden zu lassen. Mit Ulrich Peltzer, dem Autor des Romans „Teil der Lösung, wollen wir diskutieren, wie demgegenüber Formen der Kunst und der politischen Kritik heute praktische Ansatzpunkte für eine linke Bewegung sein können. Eine Bewegung der es um den Ausbruch aus einer kapitalistischen Realität geht, deren Alltag so sehr brüchig und krisenhaft ist, wie er zugleich unüberwindbar scheint.
*Bei schlechtem Wetter informiert euch bitte auf der der Seite http://faitesvotrejeu.tk über einen eventuellen Ortswechsel.

20. Juni: Demo des Aktionsbündnis gegen Abschiebung und der Jugend ohne Grenzen am Flughafen – Für globale Bewegungsfreiheit!

22. Juni
: Bundesweite Demo „Wir kommen um zu stören! IMK auflösen!“ – 18 Uhr Hauptwache, Ffm.

17. 05.2011 // 18.30 Uhr // Schlossplatz: Internationaler Tag gegen Homophobie!

Am 17. Mai, dem internationalen Tag gegen Homophobie, veranstaltet die Initiative „Warmes Wiesbaden“ einen „Rainbowflash“ auf dem Wiesbadener Schlossplatz.
Auch wird es am 03.06. eine ,,Queer*Bi*Transsexual*Gay Clubnight“ geben.
Kommt alle,
fight Homophobia!

Samstag // 07.05.2011 // ab 22.00 Uhr // Sabot: Liberation!

Liberation!
Für den 7. Mai laden wir Euch ein, gemeinsam mit uns in den Tag der Befreiung vom Nationalsozialismus hineinzufeiern. Am 8. Mai jährt sich die Niederringung Nazideutschlands durch die Alliierten zum 66. Mal – die Beendigung des deutschen Terrors ist ein Grund zum Feiern!
Für musikalische Unterhaltung sorgt u.a. Hendrik Keusch aus Frankfurt. Dieser hat bereits Größen wie Egotronic geremixt und kann also jede Menge musikalische Erfahrung vorweisen. Auch wird Hörsturz, welcher längst aus dem frankfurter „Tanzhaus West“ bekannt sein dürfte, anwesend sein und für schwitzende Leiber sowie grinsende Gesichter sorgen. Den Abend wird der Local TomTom abrunden.

Also:
Hörsturz [Techno, ffm]
Hendrik Keusch [Techno, ffm]
TomTom [Techno, wi]

Samstag // 07.05.2011 // ab 22.00 Uhr // Sabot

31.03.2011//19.00 Uhr//Kulturkneipe Sabot: Atomkraft, Ökobewegung, Gesellschaftskritik.

Die tragischen Ereignisse in der japanischen Stadt Fukushima haben energiepolitische Debatten und ökologische Themen wieder auf die Tagesliste des politischen Diskurs gesetzt. Breite gesellschaftliche Spektren reden nun, nachdem sich in Fukushima eine nukleare Katastrophe ergeben hat, über die Abschaffung von Atomkraft. Dabei verkennen sie zum Einen, dass „angesichts der japanischen Atomkatastrophe die Kategorien, die unsere Erkenntnis von Natur und Menschenwelt strukturieren, nicht nur versagen, sondern in die Irre führen“, die „Atomtechnik [also] alle Grenzen des Rationalen […]sprengt“ (jungle world 11/2011) und zum Anderen, dass Atomenergie, so gefährlich sie auch zu sein scheint, der Logik der herrschenden Verhältnisse nach einen festen Platz in dieser Gesellschaft hat.
Wir wollen demnach den Zusammenhang zwischen kapitalistischer (Un)Logik und Atomkraft, aber auch über die sich nun gegen Atomkraft formierende Ökobewegung, welche reaktionäre Tendenzen beheimatet und nicht per se emanzipatorisch ist, diskutieren.
Vorallem soll aber die Bedeutung des energiepolitischen Happening für eine radikale Linke besprochen werden:
Was hat die „grundlegende Überwindung der bestehenden Gesellschaftsordnung“ mit Ökologie zu tun? Wie sollen Linke mit teilweise grundlegenden Widersprüchen, der Ambivalenz zwischen progressiven und regressiven Tendenzen der heterogenen Ökobewegung, umgehen? Kann diese Bewegung Anknüpfungspunkte für eine emanzipatorische Politik bieten und kann sie vielleicht sogar gegen die kapitalistischen Verhältnisse gewendet werden, oder bleibt der Zugang ein rein strategischer?

Vortrag und Diskussion mit der Gruppe Turn*Left aus Frankfurt am
31.03.2011// um 19.00 Uhr// im Sabot (Dotzheimerstraße. 37)

Anschließend werden wir uns, wie jeden Donnerstag, dem abendlichen Spaß, wider die werktägliche Normalität, widmen. TomTom legt auf.

Neue Termine..

26.03.2011//tba//Trier: Die autonome antifa trier mobilisiert unter dem Motto Sie können rennen, aber wir können zaubern! – Für einen zauberhaften Antifaschismus! gegen einen Naziaufmarsch freier und parteigebundener Nazis.

26.-27.03.2011//all day long//Klapperfeld, Frankfurt/M: Tagesseminar „Redefine Criticism!“ zu Krise, Kapitalismus und Integration.

28.03.2011//20.30 Uhr//Café Klatsch: I love Bleiberecht – Info- und Diskussionsveranstaltung mit Hassan Khateeb und Newroz Duman, zwei AktivistInnen von JOG (Jugendliche ohne Grenzen).
Hassan Khateeb und Newroz Duman berichten von der Initiative JOG (Jugendliche ohne Grenzen) und erzählen von ihrer eigenen Flüchtlingsbiographie. Nach jahrelangem Kampf hat Hassan Khateeb vor wenigen Wochen Bleiberecht erhalten. Wir wollen mit euch über Flüchtlinge in der BRD diskutieren.

07.-09.04.2011//all day long//Wiesbaden: Im Rahmen des goEast – Festival des mittel- und osteuropäischen Films finden viele interessante Veranstaltungen über die osteuropäische Rechte statt. Programm und Beschreibung finden sich hier.

18.06.2011//14.00 Uhr//Eisenach Hbf: Unter dem Motto „Den Burschentag in Eisenach zum Desaster machen – Männerbünde auflösen“ mobilisieren antifaschistische Gruppen zu einer Demonstration in Eisenach.

21.-22.06.2011//Frankfurt/M : Aktionen gegen die Innenministerkonferenz…stay tuned!

16.07.2011//Gießen: Naziaufmarsch verhindern! Infos gibt’s bei der Antifa R4

ABGESAGT!12.03.//17.00 Uhr //Alte Synagoge am Michelsberg: Gedenkdemonstration gegen Antiziganismus

Schlechte Nachrichten.
Leider müssen wir die Demonstration am 12.03.2011 absagen. Es ist uns nicht leicht gefallen, aber auf Grund von Ausfällen in der Orga-Crew müssen wir diesen Schritt gehen. Wir wollen allen danken die gekommen wären und auch allen, die schon viel Arbeit in die Planung gesteckt haben. Wir werden das Thema auch weiterhin nicht aus den Augen verlieren. Es wird vermutlich eine Gedenkdemo im Mai für die deportierten Roma und Sinti aus Mainz geben, da sich im Mai der Tag der Deportation dieser jährt.
Wir wollen auch nochmal allen Referent_innen und Besucher_innen unserer Veranstaltungen danken!

Mit Antifaschistischen Grüszen
Das Bündnis der „Aktionswochen gegen Antiziganismus“

Als Abschluss der Aktionswochen gegen Antiziganismus in Mainz & Wiesbaden wird es am 12.03 eine Gedenkdemonstration, welche zum einen an die sich nun zum 68. Mal jährende Deportation von dutzenden Sinti & Roma aus Wiesbaden erinnern, aber auch den nach wie vor gesellschaftlich vorhandenen Antiziganismus thematisieren soll, geben.
Wir rufen zur Teilnahme auf und dokumentieren im Folgenden den Aufruf des Bündnises:

Am 08. März 1943 wurden Menschen, die von der Wiesbadener Bevölkerung als „Zigeuner“ bezeichnet wurden, mehrheitlich deutsche Roma und Sinti, nach Auschwitz deportiert und planmäßig ermordet. Diesem kollektiv verübten Verbrechen waren jahrelange Ausgrenzungen, diskrimierende Sondergesetze und tägliche Anfeindungen vorausgegangen.

Ihnen wollen wir anlässlich des 68.ten Jahrestags der Deportation mit einer Demonstration gedenken, auf die bis heute wirkenden Ausgrenzungsmechanismen gegen sogenannte „Zigeuner“ und die Folgen für die Betroffenen aufmerksam machen.

Nach dem Ende des Nationalsozialismus blieb eine notwendige Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Rassismus, der den Massenmord ermöglicht hatte, aus. Erst in der jüngsten Vergangenheit rückt auch Antiziganismus in das Licht der Öffentlichkeit, doch noch immer fehlt es an Sensibilisierung und Aufklärung.
In der weissen Mehrheitsgesellschaft werden weiterhin jahrhundertealte Vorurteile und Stereotypen gegenüber Sinti und Roma akzeptiert und täglich reproduziert. Diese antiziganistischen Ressentiments reichen von romantisierten Klischees des „fahrenden Volkes“ und mystischen Vorstellungen eines „unangepassten“ Lebensstils, bis zu Unterstellungen von „kollektiver“ Kriminalität und „Schmarotzertum“ – Die tatsächliche Lebensrealität der Sinti und Roma hat mit all dem nichts zu tun.

Überall in Europa findet sich antiziganistische Diskriminierung. Sinti und Roma werden auf verschiedenen Ebenen benachteiligt. Ob nun in Bereichen sozialer Integration und Sicherheit, im Gesundheitswesen, auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt. Hinzu kommt, dass große Teile der Roma und Sinti permanent von Abschiebung bedroht sind und die Vorurteile ihnen gegenüber so weit verbreitet sind, dass politisches Aufbegehren der Betroffenen kaum Beachtung findet.Besonders deutlich wurde das in Berlin, als von antiziganistischem Rassismus betroffene Menschen eine Kirche besetzten, um auf ihre soziale Ausgrenzungen aufmerksam zu machen und daraufhin in den Medien durchweg als „Bettelrumänen“ bezeichnet und schließlich von Kirche und Obrigkeit in ein Asylbewerberheim gezwungen wurden. Ihre politischen Forderungen wurden ignoriert.

Der Rassismus gegenüber als „Zigeuner“ denunzierten Menschen gipfelt in lebensbedrohlichen Angriffen. So zum Beispiel im nordsächsichen Klingenhain, wo im Dezember 2009 das Wohnhaus einer Sinti-Familie komplett niederbrannte. Nur durch Zufall kam dabei niemand zu Schaden. Dem Brandanschlag gingen Steinwürfe und Anfeindungen aus der restlichen Dorfbevölkerung gegen die Familie voraus.
Im Oktober 2010 wurde im Ost-Deutschen Milmersdorf eine Zirkusfamilie von den Dorfbewohner_innen als „Zigeuner“ beschimpft und angegriffen. Schließlich mussten sie ihren Standort unter Polizeischutz abbrechen.
In Tschechien gehen deutsche und tschechische Neonazis gemeinsam mit teils militärischen Waffen in von Roma bewohnten Vierteln auf Menschenjagd. In Italien konnte der Bürgermeister von Genua sogar Verständnis für die Brandanschläge auf Roma-Unterkünfte aufbringen.