Archiv für Mai 2009

Bildungsstreik 2009

Wir streiken! Aber für wen oder was?

Am 17. Juni werden, wie schon Jahre zuvor, tausende SchülerInnen und StudentInnen auf die Strasse gehen oder sich an sonstigen Aktionen beteiligen, um für bessere Bildungsbedingungen an Schulen und Universitäten der Bundesrepublik einzutreten.
Mensch möchte meinen, dieses vermeintliche Eintreten sei natürlich nur im Interesse jener SchülerInnen und StudentInnen.
Wir lernten ja schließlich nur für unser Leben und nicht für Eltern, Lehrer oder ähnliche.
Einen solchen Spruch dürfte jeder von euch schon mindestens ein mal in seinem Leben gehört haben. Aber sind es wirklich nur wir Schülerinnen und Schüler, die an dieser Bildung interessiert sind, da wir durch eine bessere Ausbildung auf einen hohen Marktwert zu kommen glauben?
Nein. Auch pflegt der Staat eine große Interesse an der „Bildung“ seiner Sprösslinge.
Nicht umsonst richtet der Staat passende Institutionen wie Schulen und Universitäten ein.
Auf den ersten Blick wirkt dies positiv. Ein Staat welcher sich um die Zukunft der jungen Menschen in seinem Land kümmert, scheint tadellos.
Jedoch gilt es diese Interesse(n) zu Hinterfragen. Sind jene Interessen nur Aufgrund guten Willens gegenüber der Jugend vorhanden oder besteht auch eine gewisses Eigeninteresse?!

Wenn ich weder Lesen, Schreiben oder Rechnen kann und somit nicht fähig bin, Geschäfte zu schließen oder mich um meinen Lebensunterhalt zu kümmern und mich nicht in das herrschende Wirtschaftssystem eingliedern kann, hinterlasse ich nicht nur Schulden für mich selbst, sondern richte auch (finanziellen) Schaden bei anderen wie z.B. dem Staat an.
An diesem Beispiel kann Mensch die wirklichen Interessen des Staates erkennen.
Der Staat muss bzw. will dafür sorgen, dass seine Wirtschaft läuft. Um dieses Ziel zu erreichen, muss der Staat alles dafür tun, dass die nächste Generation „verwertbar“ ist und sich somit in das kapitalistische Wirtschaftssystem einklinken kann.
Stichwort Verwertbarkeit. Was macht uns junge Menschen denn überhaupt für eine kapitalistische Gesellschaft „verwertbar“? Verwertbar werden wir erst dann, wenn wir uns den herrschenden Verhältnissen anpassen, gesellschaftliche Autoritäten ( In der Schule LehrerInnen und später am Arbeitsplatz arbeitsgebende.) akzeptieren und all das ohne zu hinterfragen. Alle diejenigen, die sich schon nach kürzester Zeit als „unverwertbar“ zeigen,
werden aussortiert. Auch hier erkennt mensch, die eigentlichen Ziele des Staates bei der Errichtung von schulischen Institutionen . Sie sollen uns die Anpassung durch ihren Inhalt
möglichst einfach machen und zeigen wer, nach kapitalistischen Prinzipien , „verwertbar“ ist oder nicht.
Für uns SchülerInnen in einer kapitalistischen Gesellschaft bedeutet das, ein frühst mögliches Kennenlernen des Prinzips der Konkurrenz und der Anpassung, völlig unabhängig von unseren wahren Bedürfnissen.
Letztendlich kann Mensch feststellen, ja wir lernen! Aber auch nur wie wir uns in einer kapitalistischen Gesellschaft möglichst gut durchschlagen, frei nach den Prinzipien von Konkurrenz und Anpassung, was ganz in der Interesse der Wirtschaft und des Staates ist.

Für uns heißt das: Wir bilden uns gerne, jedoch ohne den Staat im Rücken und frei nach unseren Bedürfnissen! Für eine emanzipatorische Bildung, frei von jeglichen Verwertungslogiken!

Antifaschistische Jugendgruppe Wiesbaden.