Archiv für Dezember 2009

„Dunkelfeld“ erschienen!

Hiermit möchten wir auf die vor Kurzem erschienene Broschüre „Dunkelfeld“ hinweisen.
Inhaltlich behandelt „Dunkelfeld“ die extreme Rechte in und um Frankfurt sowie in Mittelhessen und dem angrenzenden Rheinland-Pfalz. In Wiesbaden gibt es „Dunkelfeld“ u.a. im Café Klatsch zu kaufen und kostet sechs Euro.

Dunkelfeld

Recherchen in extrem rechten Lebenswelten rund um Rhein-Main

Reportagen · Analysen · Gegenstrategien
Die Publikation Dunkelfeld. Recherchen in extrem rechten Lebenswelten rund um Rhein-Main bietet auf 144 Seiten eine exemplarische Bestandsaufnahme der extremen Rechten in den Regionen in und um Frankfurt am Main bis nach Mittelhessen und das angrenzende Rheinland-Pfalz. Herausgegeben wird die Broschüre vom Berliner Verein argumente. netzwerk antirassistischer bildung e.V., dem Bildungswerk Anna Seghers e.V. aus Wiesbaden und dem Antifaschistischen Infobüro Rhein-Main.

In den Regionen rund um das Rhein-Main-Gebiet lässt sich schon seit Jahren eine Verfestigung extrem rechter Strukturen beobachten. In manchen Gegenden ist eine rechte Alltagskultur für Jugendliche fester Bestandteil des örtlichen Lebens. Der Einstieg in das rechte Umfeld und die Ausprägung rechter Weltbilder verläuft oft nach einem ähnlichen Muster. Ziel der Publikation ist es, beispielhaft verschiedene Erscheinungsformen der extremen Rechten darzustellen und zu analysieren. Dazu unternehmen die AutorInnen zum Beispiel eine Reise von Wiesbaden nach Limburg, die durch die Orte und Dörfer im »Hinterland« führt und anhand einer ganzen Region die Etablierung einer rechten Alltagskultur beschreibt.

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Kurztext zu Antiminarettplakaten in der Wiesbadener Innenstadt.

Am Dienstag, den 15.12.2009, tauchten dutzende Plakate mit islamophoben Inhalten im Wiesbadener Stadtbild, insbesondere rund um die Adelheidstraße auf. Jene DinA4 großen Plakate mit der Aufschrift

Liebe Muslime!
Sorgt für eine Reformation des Islam. Dann reden wir über Minarette.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Frauenunterdrückung, Verfolgung und Ermordung Andersgläubiger und sind im Koran verankert.
Eine intolerante Religion hat kein Recht Toleranz zu fordern. (Grammatikfehler im Original)

beziehen sich durch die Verwendung eines Schaubildes, wie es auch von den Initiator_Innen der schweizer Volksabstimmung über den Bau von Minaretten verwendet wurde, deutlich auf die Volksabstimmung in der Schweiz. Man möchte also auf den Zug der schweizer Rechtspopulist_Innen aufspringen. Dass dieser Zug rassistisch begründet ist sollte klar sein, denn: Die 57 % der Schweizer_Innen die sich für das Errichtungsverbot von Minaretten aussprachen, taten dies sicherlich nicht nur weil sie um die Prägung ihres Stadtbild besorgt waren, sondern vielmehr deshalb, da sie ihr christliches Abendland von der „zunehmenden Islamisierung“ bedroht sahen. Aufgrund dieser Punkte lehnen wir die Plakate ab!
Dies tun wir nicht weil wir uns für Frauenunterdrückung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder gar die Verfolgung und Ermordung Andersgläubiger aussprechen. Nein, ganz im Gegenteil, wir lehnen auch diese Handlungen und Zustände entschieden ab und empfinden den politischen Islam durchaus als kritisierbar. Dieser artikuliert sich oftmals als homophob, antisemitisch und schlichtweg anti-emanzipatorisch. Jedoch fordern wir eine Kritik, die nicht aus Pauschalisierungen der kompletten islamischen Glaubensgemeinschaft besteht!
Es zeigt sich hier vielmehr, dass die Autor_Innen welche sich hinter dem Deckmantel der Menschenrechte verstecken, nur vom Islam, also nicht der heimischen, eigenen und „typischen“ Religion, namentlich dem Christentum, gewisse Bedingungen einfordern um bestehen oder existieren zu dürfen. Dass sich jedoch das Christentum je nach Auslegung auch zutiefst reaktionär, anti-emanzipatorisch und frauenunterdrückend äußern kann, wie es jüngste Vorfälle in Wiesbaden beweisen, wird außer Acht gelassen. (In letzter Zeit tauchen in Wiesbaden Flyer eines christlichen Fundamentalisten auf, der offen die Unterdrückung der Frauen fordert, da diese „vom Teufel besessen“ seien.)
Es bleibt also festzuhalten, dass eine konstruktive Kritik am politischen Islam durchaus gewünscht ist, diese jedoch nur progressiv sein kann, wenn sie frei von einem pauschalisierendem Rassismus ist.

Christlichen Rassismus angreifen!
Für eine emanzipierte Gesellschaft!

Vortrag „Extreme Rechte in der Region Mainz-Bingen“

Nächsten Dienstag findet ein Vortrag über die extreme Rechte in der Region Mainz-Bingen statt:

In der extremen Rechten herrscht Aufbruchstimmung. Springerstiefel sind out, aber nicht nur modisch versuchen Neonazis sich ein „modernes“ Image zu geben. Sie lehnen die Globalisierung und Hartz IV ab und maschieren gegen „imperialistische Kriegstreiber“ auf. Der Referent, der im Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus aktiv ist, wird auf diese „Modernitätsansprüche“ der Rechten, und ihre Versuche, diese umzusetzen eingehen, wobei er ein besonderes Augenmerk auf die Region Mainz-Bingen legen wird.
Dienstag, 15.12.2009 im Haus Mainusch. Beginn 20.00 Uhr.

Mehr lesen, mehr Kritik üben!

Die Redical M aus Göttingen hat sich ein paar Gedanken über Bildung und Pädagogik im Kapitalismus gemacht, aber schaut selbst.

Außerdem ist eine neue Ausgabe der Zeitschrift „Straßen aus Zucker“ aus Berlin erschienen, die wir euch natürlich auch nicht vorenthalten wollen.
Straßen aus Zucker