Archiv für Januar 2010

03.02.2010: Infoveranstaltung & Soli-Konzert!

Am 03. Februar werden wir in Zusammenarbeit mit der links­ju­gend [’solid] wies­ba­den & mainz sowie der Jugendgruppe Subversiv eine Veranstaltung bezüglich des Naziaufmarsches in Dresden sowie der hiesigen Naziszene durchführen. Dabei werden auch Bustickets nach Dresden zu kaufen sein. Wir hoffen Ihr kommt zahlreich!
Mehr Informationen auf der eigens eingerichteten Mobilisierungsseite für Mainz & Wiesbaden.
Klick!

Jedes Jahr mar­schie­ren meh­re­re tau­send Neo­na­zis an­läss­lich des Jah­res­ta­ge der al­li­ier­ten Bom­bar­de­ments durch Dres­den – im letz­ten Jahr waren es über 7000.
2010 jährt sich die Bom­bar­die­rung zum 65. Mal. Es ist ab­zu­se­hen, dass sich die­ses Jahr noch mehr Nazis auf den Weg nach Dres­den ma­chen wer­den. Dies wer­den wir so ohne Wi­der­stand nicht hin­neh­men, da es un­duld­bar ist, wenn tau­sen­de (Neo-)Nazis men­schen­ver­ach­ten­de Ideo­lo­gi­en ver­brei­ten und dabei die Ge­schich­te als Vor­wand dafür neh­men! Wir wol­len den Na­zi­auf­marsch am 13. Fe­bru­ar in Dres­den blo­ckie­ren, aber auch eine Kri­tik am bür­ger­li­chen Ge­den­ken for­mu­lie­ren, da die­ses eine er­schre­cken­de Nähe zu den (Neo-)Nazis be­weist und Dres­den glei­cher­ma­ßen zu einer „Stadt der Opfer“ macht.
Auch im Rhein-​Main-​Ge­biet gibt es Neo­na­zis, die nach Dres­den fah­ren. Das neh­men wir als An­lass, un­se­re Augen nicht nur nach Dres­den zu rich­ten, son­dern auch über neo­na­zis­ti­sches Ge­sche­hen in der Rhein-​Main-​Re­gi­on zu in­for­mie­ren. Au­ßer­dem wird es ei­ni­ge Tipps zur An­rei­se aus Mainz und Wies­ba­den geben. Denn nur mit Eurer Un­ter­stüt­zung kann der Na­zi­auf­marsch er­folg­reich blo­ckiert wer­den!

Repressionswelle gegen Gegner_Innen des Naziaufmarsches.

Im Verlauf des gestrigen Tages kam es zu mehreren Hausdurchsuchungen von Räumlichkeiten von Nazigegner_Innen, wie z.B. dem Antifa Laden „Red Stuff“ in Berlin-Kreuzberg, dem Büro der Partei Die.Linke in Dresden sowie dem alternativen Zentrum „Conni“, welches sich ebenfalls in Dresden befindet. Im Verlauf dieser Hausdurchsuchungen beschlagnahmten die Beamten des LKA mehrere Tausend Plakate und Flyer, die für die Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 13. Februar in Dresden gedacht waren. „Aufruf zu Straftaten“ lautete die Begründung im Durchsuchungsbeschluss, mit dem die Polizist_Innen den Einsatz rechtfertigten.
Für Uns ist jedoch klar, dass diese Vorwürfe keinen Boden haben und die gestrigen Durchsuchungen nur einen weiteren Versuch der Kriminalisierung antifaschistischer Proteste darstellen, welche so kurz vor dem größten Naziaufmarsch Europas mehr als notwendig sind.
Hiermit wollen wir unsere Solidarität mit den Betroffenen bekunden. Keine Razzia bleibt vergessen! Wir sehen uns in Dresden!

TV-Tipp.

Hiermit möchten wir auf einen Film, welchen wir als durchaus sehenswert empfinden, aufmerksam machen.

Shoah – Elf Jahre reiste der Filmemacher und Résistance-Kämpfer Claude Lanzmann durch Europa und sprach mit Zeitzeug_innen des Holocaust – mit Opfern und Tätern. ARTE zeigt “Shoah” in Erinnerung an die Befreiung des Konzentrations -und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee.

Teil 1: Mi, 20. Jan · 20:15-00:35 · arte

Teil 2: Mi, 27. Jan · 20:15-00:55 · arte

„Es gibt in Shoah keine Sekunde mit Archivmaterial, weil dies nicht die Art ist, wie ich denke und arbeite, und, nebenbei gesagt, solches Material gibt es gar nicht. […] Wenn ich einen Film gefunden hätte – einen geheimen Film, weil das Filmen verboten war –, gedreht durch die SS, in dem gezeigt wird, wie 3000 Juden – Männer, Frauen und Kinder – zusammen sterben, in der Gaskammer des Krematoriums 2 in Auschwitz ersticken, so würde ich ihn nicht nur nicht gezeigt haben, ich hätte ihn sogar vernichtet. Ich kann nicht sagen, warum. Das passiert von selbst.“ ( Lanzmann über seinen Film in Le Monde 03. März 1994 )

Flugblatt zur Gründung eines JN Stützpunktes in Wiesbaden.

Hier dokumentieren wir ein Flugblatt das nach der Gründung eines Stützpunktes der Jungen Nationaldemokraten in Wiesbaden an Wiesbadener Schüler_Innen verteilt wurde bzw. noch verteilt wird.

JN? Hör mir uff’ mit dem Scheiß!
Flugblatt für Wiesbadener Schüler_Innen über und gegen die JN.

Am 22. November gründete der hessische Landesverband der Jungen Nationaldemokraten, kurz JN, vier sogenannte Stützpunkte in Hessen, unter anderem auch in Wiesbaden.
Die JN ist die Jugendgruppe der rechtsradikalen NPD und gilt ebenfalls als rechtsradikal einzustufen. So verfolgt die Gründung eines neuen Stützpunktes in Wiesbaden nur ein Ziel:
nationalistische Politik für Jugendliche als interessant, gar als Alternative darzustellen und möglichst viele Jugendliche in die Reihen der Nationaldemokraten rekrutieren zu können.
Diese Traumvorstellung möchten die Jungnazis durch das Verteilen von Flugblättern und sogenannter Schulhof CDs sowie dem Verkleben von Aufklebern mit nationalistischen, rassistischen und antisemitischen Inhalten verwirklichen.
Bereits mehrere Schulen in Wiesbaden sind von den Aktionen der Neonazis betroffen.
Dass wir als jugendliche Antifaschist_Innen eine solche Verbreitung von menschenverachtender Ideologien und Propaganda in unserem näheren Umfeld nicht dulden können ist für uns selbstverständlich. Nazis sind das absolute Kontraprodukt zu dem Zustand den wir als schön empfinden – nämlich die befreite Gesellschaft und ein gutes Leben für alle.
Deshalb rufen wir auch Euch dazu auf, sich gegen sämtliche Nazipropaganda zu widersetzen,
da es auch Euch unmittelbar betrifft. Wehrt Euch, egal ob in der Schule, auf der Straße oder in den Parlamenten!

Nazipropaganda in den Müll! Kein Fußbreit der JN in Wiesbaden und auch Anderswo!

Vortragsreihe an der Uni Mainz.

Auf der Seite des AStA der Uni Mainz entdeckt:

Vortragsreihe des AStA, des Historischen Seminars und des Musikwissenschaftlichen Institutes an der Uni Mainz

14. / 21. / 28. Januar

Die rechtsextreme Szene ist in Bewegung. So genannte „autonome Nationalisten“ übernehmen linke Symbole und Verhaltensweisen und entsprechen auf den ersten Blick so gar nicht mehr dem lange dominierenden Bild des kahlköpfigen und dumpfen Nazi-Skinheads. Zugleich steigt die Gewaltbereitschaft. Menschen, die sich Neonazis in den Weg stellen, werden offen bedroht und körperlich angegriffen. Auch an der Universität Mainz hat es in letzter Zeit mehrere massive Vorfälle mit rechtsextremem Hintergrund gegeben.

Angesichts dieser Entwicklung ist es von zentraler Bedeutung, im Kontext des universitären Miteinanders die Auseinandersetzung mit dem Thema Rechtsextremismus aufzugreifen und fortzuführen. Im Historischen Seminar sowie im Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Mainz geschieht dies bereits in Gestalt von diesbezüglichen Lehrveranstaltungen, die seit mehreren Semestern angeboten werden. Zugleich haben die beiden Einrichtungen sowie der AStA der Universität Mainz eine Vortragsreihe organisiert, die sich mit den Erscheinungsformen des modernen Rechtsextremismus beschäftigen wird. Es soll diskutiert werden, inwieweit das neue Erscheinungsbild der Neonazis mehr ist als nur Maskerade, und welche Möglichkeiten eines adäquaten Umgangs mit rechtsextremen Aktivitäten es gibt. Mit den Veranstaltungen soll der Anspruch deutlich gemacht werden, dass die Vermittlung universitärer Bildung immer auch die Befähigung zu einem verantwortlichen Handeln in der Gegenwart zum Ziel hat.

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Aufruf: Keine Versöhnung mit Deutschland!

Keine Versöhnung mit Deutschland!
Aufruf gegen Gedenken und Naziaufmarsch am 13. Februar 2010 in Dresden

Das Dresden-Gedenken scheint wichtig, so wichtig, dass die neue sächsische Staatsregierung eigens für den bevorstehenden 65. Jahrestag das Versammlungsrecht noch schnell erheblich einschränken will. Schließlich ruinieren „Extremisten“ schon seit Jahren die Gedenkstimmung rund um den 13. Februar und gefährden Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Unterdessen versucht eine Handvoll Dresdner Kultur- und Kirchenprominenz ein weiteres Denkmal zur Erinnerung an die Bombardierung und das Wiedererstehen der Stadt zu erstreiten. Zwar wurde erst 2009 eine neue Erinnerungsstelle in der Altstadt eingeweiht, aber Mahnmale für Dresden kann es in Dresden nicht genug geben. Mit kaum verhohlener revanchistischer Rhetorik wird das Denkmal in der Sächsischen Zeitung beworben; es zeigt einen „gestürzte[n] Mensch[en], der sich aufbäumt, ein Gefallener, der aus eigener Kraft aufersteht. So wie die Dresdner, so wie ihre Stadt.“ Die Oberbürgermeisterin bemüht sich derweil, eine dem Jahrestag angemessene Gedenkatmosphäre zu schaffen – laute Musik oder Demonstrationen sind dabei sehr hinderlich, denn das erwünschte Gedenken soll als unpolitischer und damit unhinterfragbarer Akt wahrgenommen werden. Mit Hilfe einer Menschenkette um die historische Altstadt soll ein „Zeichen gegen Extremismus“ gesetzt und gleichzeitig der Zerstörung der Stadt gedacht werden. Business as usual in Dresden.

Wenn von „Extremisten“ die Rede ist, sind vor allem diejenigen gemeint, die Kritik am Gedenken äußern, deutschen Opfermythen widersprechen oder gegen den Aufmarsch tausender Nazis mehr als nur symbolisch und nicht zur Verteidigung des „wahrhaften Gedenkens“ protestieren. Weniger gemeint sind die Nazis. Ihnen soll durch das Gesetz ein Aufmarsch durch die historische Dresdner Altstadt verboten werden, also etwas, worauf sie bereits 2009 verzichteten. Ihnen wird auch weiterhin mit der Floskel begegnet, sie würden das Gedenken „missbrauchen“. Übergangen wird dabei geflissentlich, dass die Nazis sich in ihrer Grundaussage nicht vom bürgerlichen Gedenken unterscheiden – sie erinnern genauso an vermeintlich unschuldige deutsche Opfer.

Für eine emanzipatorische Linke bedeutet das viel Arbeit. Es heißt vor Ort zu sein und die unbequemen Fragen zu thematisieren. Es heißt deutlich zu machen, dass allen Formen des Gedenkens eben dieser gemeinsame geschichtsrevisionistische Kern innewohnt. weiterlesen

Die Uni gehört Allen – Bundesweite Demo in Frankfurt!

Alles für Alle! – Für die soziale Revolution!


Für den 30.01.10 ruft das Protestplenum Frankfurt zu einer bundesweiten Demonstration unter dem Motto „Die Uni gehört allen – Unser Leben in unsere Hände!“ auf. Auch das sozialrevolutionäre & antinationale Krisen-Bündnis Frankfurt ruft zur Beteiligung an der Demonstration auf.

Denn nicht nur im Bildungswesen, an Schulen, Hochschulen und Kitas ergreifen die Menschen in den letzten Jahren die Initiative, gehen auf die Straße oder besetzen Gebäude, um gegen die von ihnen als bedrückend empfundenen Verhältnisse anzukämpfen. Auch Auszubildende, Hartz IV-Empfänger_innen, Arbeiter_innen, Umweltschützer_innen und Migrant_innen kämpfen gegen das Fortbestehen einer Welt, die vor allem Verlierer_innen kennt.

Oftmals bleiben diese Kämpfe in ihren Forderungen und Aktionen aber in der Logik des Kapitals gefangen. So lassen sich viele Forderungen der Studierenden im aktuellen Bildungsprotest als Belehrung der Herrschenden lesen. Diese zielt häufig nur darauf, eine „bessere“ Form, wie die Ware Arbeitskraft noch effizienter für den Standort Deutschland ausgebildet werden könne, einzufordern. Und auch in den Arbeitskämpfen wird oftmals betont, dass man als Arbeiter_in doch im gleichen Boot sitze wie die Kapitalist_innen. In dieser Logik erscheinen auch Lohnkürzungen, um wenigstens den Arbeitsplatz zu erhalten, als angemessen. weiterlesen